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Wissenschaft ist Glaubenssache

Zu Beginn eine Nebelgeschichte

Ich bin in Wiesbaden aufgewachsen, auf dem Taunus-Ausläufer Freudenberg (ja das gab in der Schule immer wieder blöde Bemerkungen). Unterhalb, am Rhein liegt der Wiesbadener Ortsteil Schierstein mit seinem Hafen, dann kommt der Rhein und auf der anderen Rheinseite, also auf der „Ebschseit“ dann: Rheinhessen und Mainz mit dem Lerchenberg und dem ZDF.
In die Schule musste ich mit dem Bus fahren und bei der Rückfahrt ging es die Freudenbergstraße hinunter mit dem beschriebenen Blick ins Tal.
Wie es bei Bergen und Tälern oft so ist, gab es auch hier immer wieder diese besonderen Wetterlagen, dass über dem Fluss der Nebel hing und bei uns oben auf dem Freudenberg die Sonne schien. Das liebte ich. Den Berg hinab zu fahren und aus der Klarheit in den Nebel schauen zu können, regte meine Fantasie an. Ich stellte mir dann vor, dass da unten nicht Schierstein, der Rhein und Rheinhessen sind, sondern ich sah entweder die Alpen vor mir mit hohen felsigen Gipfeln, grünen Tälern und adretten Ortschaften oder ich sah einen Palmenstrand und das weite Meer.
Der Nebel, das, was ich durch ihn nicht sehen konnte, ließ mich viel mehr sehen, als in der Realität da war.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich mir dieses Spiel selbst ausdachte oder ob es ein Vorschlag von jemand anders war, aber das ist ja auch egal.
Es machte mir auf jeden Fall Spaß – und – wie ich heute sehen kann, habe ich mich dadurch ins freie Denken eingeübt.

Hm, was hat das jetzt mit dem Titel und dem Thema dieses Blogartikels „Wissenschaft ist Glaubenssache“ zu tun?

Schon vor der Krise sah ich, aber ganz besonders durch die Krise sehe ich, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt.
Siehe dazu auch meinen Blogartikel „Was ist die Wahrheit?“
Und dass die angeblich so neutrale und ernstzunehmende Wissenschaft nicht das ist, was sie vorgibt zu sein.
Ich bin zwar keine Wissenschaftlerin, sondern „nur“ Diplom-Sozialpädagogin und ein selbst denkender Mensch, aber ich habe schon viel mit Natur-Wissenschaftlern zu tun gehabt:
Sie erforschen die Welt.
Sie stellen Fragen und suchen nach Antworten.
Sie erstellen Thesen und versuchen ihre Richtigkeit zu beweisen.
Super!

Echte Wissenschaft ist wie das Lernen eines neugierigen Kindes. Es sieht etwas und fragt und bohrt nach, bis es verstanden hat, was das ist oder wie das geht.
Es geht in unserer Welt nicht ohne diese Neugier und wir wären in der Entwicklung nicht so weit fortgeschritten, wenn es nicht genau diese fragenden und suchenden Menschen gäbe.

Doch wie wird Wissenschaft in vielen Fällen real gelebt?

Das Ergebnis einer Doktorarbeit

Ein mir vor langer Zeit nahestehender Mensch promovierte in Theoretischer Physik. Ein sehr abstraktes Feld der Wissenschaft. Der Doktorvater gab eine These vor und der Doktorand sollte sie beweisen. Er rechnete jahrelang rum. Hin und her und her und hin, aber diese These ließ sich rechnerisch nicht beweisen. Irgendwann war der junge Mann ziemlich fertig und wollte alles hinschmeißen. Er redete mit dem Prof und bekam die Anweisung, die Sache „schönzurechnen“, so dass am Ende doch das gewünschte Ergebnis herauskommen sollte. Die Aussage war: „Das rechnet später sowieso niemand nach und wenn doch, dann haben Sie halt aus Versehen einen Fehler gemacht.“ Der junge Mann folgte dem Rat und bekam auf diese Art seinen Doktortitel.

Schon damals – das ist fast 40 Jahre her – war es in der Uni keine Option, die Promotion zu dem Thema mit der Erkenntnis abzuschließen, dass diese These nicht bewiesen werden konnte. Es musste positiv ausgehen!

Die Finanzierung von Wissenschaft

In der Zwischenzeit hat sich immer mehr getan und immer mehr weiterentwickelt. Universitäten werden von Wirtschaftsunternehmen finanziert. Oder durch Forschungsgelder, die von diesen zur Verfügung gestellt werden. Sie geben vor, welche Ergebnisse sie erwarten. Der Versuchs- oder Studienaufbau wird dann so gestaltet, dass das gewünschte Ergebnis dabei herauskommen kann.
Viele Themen sind sehr komplex und würden sogar verschiedene Disziplinen der Wissenschaft umfassen, aber vermutlich aus mehreren Gründen (Finanzierung, fehlendes Knowhow oder mangelndes Interesse an Zusammenarbeit, zu wenig Personal, …) werden dann doch nur einige wenige Aspekte herausgegriffen und die Studie dann quasi unvollkommen durchgeführt. Logischerweise mit einem unvollkommenen Ergebnis.

Ehrlich gesagt, war mir das immer ziemlich egal. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass es so ist und unter dem Aspekt, dass ich da ja eh nix machen kann und dass ich nicht mal die Idee einer Lösung hätte, habe ich das Thema nicht weiter beachtet.
Seit der Corona-Krise ist es aber anders geworden, denn diese in meinen Augen vollkommen unzulängliche Wissenschaft bestimmt mein Leben und das aller anderen Menschen auch.
DIE Wissenschaft wird als Begründung für alles herangezogen. Und mit der Einseitigkeit von Studien kann alles begründet werden, sowohl Position A als auch die Gegenposition B.

Um es klar zu stellen:
Ich behaupte nicht, dass Wissenschaft nur so funktioniert. Nein, ich weiß, dass es zum Glück noch genug echte Forschung gibt. Aber wer kann beide Arten schon unterscheiden, wenn nicht mal die Finanzierung offen kommuniziert wird?

Beispiel 1 „Maskentragen von Kindern“:

Sind Masken auf die Dauer schädlich oder nicht? A sagt Nein, B sagt Ja. Beides wird durch Studien begründet oder eben auch nicht.

Da kam nämlich für mich der Weckruf:
Als ich hörte, wie intensiv ein Kinderarzt nach Studien zum Maskentragen von Kindern suchte und keine aufzufinden waren.
Weil es nämlich keine gab! Er wollte dann erreichen, dass solche Studien durchgeführt werden, bevor man Kinder zum Maskentragen verpflichtet, aber er stieß auf taube Ohren. Keine Universität, kein Krankenhaus war bereit, eine solche Studie zu unterstützen. Hier findest Du auf Bitchute das von Youtube gelöschte Video dieses Kinderarztes.

Es gehört nicht viel Intelligenz dazu, um zu verstehen, dass die kleinen Kinderkörper im Wachstum auf jeden Fall ausreichende Sauerstoffversorgung benötigen und ihre Organe geschädigt werden können, wenn sie ausbleibt. Und es ist auch gar nicht schwer, die Sauerstoffsättigung im Blut nachzuweisen und festzustellen, dass diese deutlich abnimmt, wenn eine Maske getragen werden muss.

Diesem Kinderarzt blieb nichts weiter übrig, als mit eigenen Mitteln und Möglichkeiten selbst die Auswirkung des Maskentragens zu untersuchen. Heraus kam dann ein klares Ergebnis zur Gefährlichkeit des Maskentragens aber keine Studie, die von DER Wissenschaft anerkannt wurde. Hier findest Du das Ergebnis seiner eigenen Studie.

Den Hammer las ich dann in der Zeitung, in der jemand zitiert wurde, der sagte: „Es gibt keine Studien, die beweisen, dass für Kinder das Maskentragen schädlich ist.“

Clever formuliert!

Die unbedarften Menschen lesen daraus:
Es wurden Studien gemacht, aber die haben gezeigt, dass es nicht schädlich ist.

Ich weiß aber (und zum Glück wissen es auch viele andere), dass die eigentliche Aussage ist:
Es gibt keine offiziellen Studien darüber und deshalb konnte und kann die Schädlichkeit nicht nachgewiesen werden.

Zur Covid-Impfung von Kindern will ich nur kurz die Frage aufwerfen, wie man behaupten kann, dass sie ungefährlich sei, wenn doch noch kein damit geimpftes Kind in der weiteren Entwicklung seines Körpers beobachtet werden konnte.
Ja, auch da ist die Behauptung möglich (und korrekt): Es konnten keinerlei negative Impffolgen beobachtet werden.
Genau: weil die Zeit eben nicht die Bohne ausreicht. Ob diese Impfung z.B. unfruchtbar macht, sehen wir bei dem jetzt geimpften Teenie erst in ca. 10 Jahren. Ich kann nicht nachvollziehen, wie solche Faktoren einfach ausgeblendet werden können!

Beispiel 2 „Covid-Tote und -Kranke“:

Menschen jeglichen Alters sterben. Sind sie zuvor – oder manchmal auch erst nach dem Tod – positiv auf Covid 19 getestet worden, dann gelten sie in Deutschland als Covid-Tote. Kaum jemand scheint sich die Mühe zu machen, zu untersuchen, ob diese Menschen wirklich an dieser Infektion gestorben sind oder ob ihr Tod eine andere Ursache haben könnte.

Ebenso bei den Covid-Erkrankten, die angeblich lange mit den Folgen zu kämpfen haben (Long- oder Post-Covid). Mir hat noch niemand eine Studie zeigen können, die alle (!) möglichen Faktoren berücksichtigt, die dabei eine Rolle spielen könnten:
– Alter?
– Gesundheitliche Konstitution?
– Vorerkrankungen?
– Zu welchem Zeitpunkt, also in welchem Krankheitsstadium sind sie ins Krankenhaus eingeliefert worden?
– Wie wurden sie behandelt?
– Welche Medikamente bekamen sie in welchen Dosierungen?
– Welche Medikamente bekamen sie wegen anderer Erkrankungen noch zusätzlich?
– Sind da etwaige Wechselwirkungen analysiert worden?
– Wie geht es in der Behandlung vergleichbaren Personen, die aber nicht an Covid, sondern an etwas anderem erkrankt waren?
Zum Beispiel wird nirgends erwähnt, dass auch andere Menschen, die nach einem Schlaganfall oder Unfall beatmet werden mussten, monatelang danach noch Schwierigkeiten haben.

In den Medien und von der Regierung werden all diese weiteren Faktoren weggelassen und der Tod bzw. alle Krankheitsfolgen auf den Erreger SARS cov II geschoben. Und als Beleg werden wissenschaftliche Studien zitiert.

Für mich hat das nichts mit korrekter Wissenschaft zu tun.

Aber so funktioniert heute leider vielerorts die Wissenschaft:
Dass nur auf eine bestimmte eingeschränkte Art untersucht wird, damit das gewünschte Ergebnis auch herauskommt.

Ja, und wer nicht sieht, dass es in unserer Gesellschaft so läuft, kann dann nur entweder der einen oder anderen Aussage glauben.

Und dieser Glauben setzt auch noch dazu das Vertrauen voraus, dass etwas gründlich und neutral untersucht wurde.

Wissenschaft ist Glaubenssache

Die allermeisten Menschen sind nicht tief in einer wissenschaftlichen Materie drin. Und die wenigen, die es sind, sind es in aller Regel nur in einem bestimmten Fachgebiet.
Wenn nun eine Studie gemacht wurde und sie mir durch die Medien zur Kenntnis gebracht wird, kann ich diese Information und das dort zitierte Ergebnis der Studie wiederum nur glauben – oder auch nicht.
Im besten Fall habe ich die Möglichkeit und die Zeit, die Studie irgendwo im Netz zu finden und nachzulesen. Da gibt es dann vielleicht Fachartikel als Zusammenfassung über diese Studie oder auch die gesamte Studie. Meist auf Englisch und mit Fachausdrücken, die wir „normalen“ Menschen noch nie gehört haben.
Aber selbst, wenn ich die ganze Studie lesen und verstehen würde, könnte ich nicht überprüfen, ob sie wirklich so und mit diesen Ergebnissen durchgeführt wurde, wie sie da beschrieben ist.

Ich muss es wieder einfach nur glauben – oder eben auch nicht.

Verweise auf Studien nutzen den normalen Menschen nichts

Jetzt verstehst Du sicherlich, wie ich zu dieser Aussage komme:

Da ich selbst nicht die Möglichkeit habe, Studien und Untersuchungen selbst durchzuführen und damit zu überprüfen, muss ich einfach darauf vertrauen, dass das, was mir präsentiert wird, korrekt ist. Ich muss es glauben – oder lasse es eben bleiben.

Mit dieser Erkenntnis gebe ich genau nichts mehr auf irgendwelche Studien. Egal, wo die wie zitiert werden.

Es nutzt nämlich auch nichts, wenn ich meinen Glauben an eine bestimmte Studie dem Glauben anderer an eine andere Studie entgegensetze.

Pro und Contra

Schon in der Schulzeit fiel mir auf, dass Diskussionen meist darauf beruhten, dass die eine Seite diese Aspekte betonte, um damit ihre Position zu begründen, und die andere Seite auf völlig andere Aspekte einging, um damit ihre andere Position zu begründen. Auch heute noch wird in den allermeisten Fällen einfach auf die zwei verschiedenen Seiten der Medaille eingegangen, nicht aber inhaltlich zu den einzelnen Aspekten diskutiert. Und am Ende steht dann kein Konsens, sondern der eine hat sich einfach gegen die anderen durchgesetzt. Auf deren Kosten.

Wissenschaft im Paradiesbaum

Puh! Und damit kann ich nun endlich die Brücke zum Paradiesbaum schlagen:
Wenn Menschen versuchen mit Studien oder Untersuchungen andere zu manipulieren, indem sie sie einseitig und unzureichend ausgestalten, dann ist das das Verhalten auf dem blauen Ast des Paradiesbaumes. Man stärkt sich auf Kosten anderer. Diese anderen fühlen sich dann in dem Moment klein, denn einer Studie kann man nicht so einfach mal was entgegensetzen: Damit gilt ja die Aussage als wissenschaftlich belegt.

Die Person, die sich dadurch klein gemacht und abgewertet fühlt und damit auf dem roten Ast des Paradiesbaumes turnt, gibt sich dann alle Mühe, um auch eine oder am besten mehrere Studien zu finden, die wiederum die zuvor genannte widerlegen. Wenn sie sie gefunden hat und damit nun ihrerseits auftrumpfen kann, dann hüpft sie damit auf den blauen Ast und stößt den/die WidersacherIn „vom Thron“.

Die Person, die gerade auf dem blauen Ast sitzt, fühlt sich dort solange wohl und stark, bis wieder jemand mit der nächsten Studie kommt und sie da hinunterschubst.

Wie bei der Schiffsschaukel: Rauf und runter, hin und her.

Ist doch blöd, findest Du nicht?

Die Lösung

Wie könnte die Lösung aussehen? Für mich hat sie zwei Teile:

1. Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Ich bin mir sicher, dass sich unsere Gesellschaft überlebt hat und wir in eine neue Welt gehen, in der wir mit alleN und alleM auf Augenhöhe leben werden. Natürlich wird und muss es auch in dieser neuen Welt Wissenschaft geben. Echte ehrliche Wissenschaft müsste dann so funktionieren, dass sich Fachleute aus verschiedenen Disziplinen ein Thema anschauen und alle (!) möglichen Aspekte, die damit zusammenhängen, benennen. Viele zusammen überlegen dann den Versuchs- oder Studienaufbau. Ziel muss es sein, dabei nichts zu vergessen oder zu übersehen, damit ein wirklich eindeutiges unangreifbares und glaubhaftes Ergebnis herauskommen kann.

Am Beispiel vom Maskentragen bei Kindern müsste dann natürlich nicht nur die Sauerstoffsättigung im Blut überprüft werden, sondern auch der Hormonhaushalt, die psychischen Auswirkungen, das Sehvermögen durch das eingeschränkte Gesichtsfeld etc. Und dazu müssten viele verschiedene Berufsgruppen und universitäre Institute beteiligt werden.

Und es muss ein Kontrollgremium geben, dass schon im Vorhinein den Aufbauplan überprüft, ob wirklich alles (!) bedacht wurde.

Und im Nachhinein muss es weiteres Kontrollgremium geben, das die Ergebnisse unabhängig überprüft.

Klar auch, dass solche Studien in der neuen Welt nur dann fremdfinanziert werden dürfen, wenn Unternehmen aus den gegensätzlichen Richtungen gleich hohe Summen hineingeben, so dass niemand über die Finanzierung Einfluss nehmen kann.

2. Kreatives offenes Denken

Alle Menschen, aber vor allem diejenigen, die wissenschaftlich tätig sind, sollten (wieder) frei denken lernen und vor allem auch frei denken dürfen. Dazu verhilft mir bei allem, was ich lese oder sehe, die Frage:

„Kann das vielleicht auch ganz anders sein? Und wenn ja, wie?“

Da kommen dann erstmal nur Gedanken, Ideen, ein Rumspinnen. So wie in der Nebelgeschichte zu Beginn dieses Blogartikels denke ich mir alles Mögliche aus, was in ein Thema mit reinspielen könnte oder müsste. Ich entwickele damit quasi Verschwörungstheorien, so wie es jedeR ErmittlerIn in einem gute Krimi oder auch bei der realen Kriminalpolizei tut.

Dann greife ich mir Teile davon raus und beginne, sie gut zu durchdenken. Mir hilft dabei meine Software „Flying Logic“, mit der ich meine Gedanken sortieren und durch „Wenn …, dann …“-Sätze in logische Zusammenhänge bringen kann. Ich suche Indizien und Beweise, die für und gegen das eine, für und gegen das andere, für und gegen das dritte … sprechen.

Je nachdem ist es mir dann möglich, daraus einen klaren Schluss zu ziehen oder eben auch nicht. Vielleicht ist es auch gar nicht notwendig, denn ich muss ja auch nicht alles bewerten und es muss auch nicht alles für mich eine Folge haben.

Also ist ein sehr wichtiger Punkt die Offenheit, Themen und Sachen neutral und wirklich umfassend anzuschauen. Mit dieser wichtigen Frage
„Kann es vielleicht auch ganz anders sein? Und wenn ja, wie?“ üben wir uns im offenen Denken.

Schau dazu auch hier mein Youtube-Video zum Thema „Denkverbote“.

Wenn Du nun an einer Stelle hängst, sich Deine Gedanken im Kreis drehen, Du nicht weißt, wem Du was glauben sollst und darfst, und wenn Du dazu eine offene Gesprächspartnerin brauchst, dann wende Dich gerne an mich.

Ich unterstütze Dich dabei, Deine Gedanken zu sortieren, Dich auf Deine Werte und Ziele zu besinnen und so für Dich Klarheit zu erlangen.

Ich freue mich auch über Deinen Kommentar, aber beachte dabei bitte, dass es mir mit diesem Blogartikel nur darum ging aufzuzeigen, dass Wissenschaft reine Glaubenssache ist. 

Herzlichst Deine Christiane Kilian

(am 11.05.2021)

    4 replies to "Wissenschaft ist Glaubenssache"

    • Samuel

      Ich stimme bei vielem zu, was du schreibst, aber der Konklusion „Wissenschaft ist Glaubenssache“ muss ich doch klar widersprechen.
      Wie ich bei „Was ist die Wahrheit?“ schon kommentiert habe, muss man zwischen Werten und Fakten unterscheiden. Werte sind subjektiv und weder richtig noch falsch. Fakten sind Aussagen über die Realität und haben einen Wahrheitswert. Die wissenschaftliche Methodik ist dazu da, diesen Wahrheitswert herauszufinden.

      Es gibt viel „schlechte Wissenschaft“. Die genannte Doktorarbeit ist ein Beispiel dafür. Generell ist die Güte wissenschaftlicher Arbeiten ein Spektrum; von sehr schlecht (= Pseudowissenschaft) bis sehr gut ist alles dabei.

      Dass Universitäten von Wirtschaftsunternehmen finanziert werden, kann getrost als Falschaussage bezeichnet werden. Etwa 90 % werden von Bund und Ländern finanziert: https://www.hrk.de/themen/hochschulsystem/hochschulfinanzierung/
      Natürlich gibt es von der Wirtschaft finanzierte Auftragsforschung, die vermutlich in manchen Fällen ein bestimmtes Ergebnis sehen will. Das ist aber erstens nur ein kleiner Teil der Forschung an Universitäten und zweitens gibt es einen riesigen Qualitätssicherungsapparat in der wissenschaftlichen Forschung (dazu später mehr). Und bei jeder Einreichung eines wissenschaftlichen Artikels in einem entsprechenden Journal muss ein sogenanntes Conflict of Interest Statement abgegeben werden, wo es insbesondere auch um die Finanzierung geht. So viel zur offenen Kommunikation der Finanzierung.

      Es stimmt, dass wissenschaftliche Arbeiten nicht von jedem auf Anhieb verstanden werden können. Dies ist einfach nicht möglich, da die Wissenschaft zu komplex ist. Dafür gibt es Wissenschaftskommunikatoren, die versuchen, die Ergebnisse in Allgemeinmedien zusammenzufassen. Ein hervorragendes Beispiel ist der Coronavirusupdate-Podcast des NDR, wo viele Studien und Erkenntnisse zusammengefasst werden. Wie bei eigentlich allem muss man aber an irgendeiner Stelle dem wissenschaftlichen System vertrauen, wenn man nicht jede einzelne Studie selber replizieren möchte. In einer Medikamentenstudie muss man beispielsweise darauf vertrauen, dass das Medikament richtig hergestellt wurde, dass es den Probanden wirklich gegeben wurde, dass ihre Gesundheit richtig gemessen wurde, dass der Messwert richtig in den Computer eingegeben wurde, dass die Messwerte richtig analysiert wurden, dass die Analysen richtig dargestellt wurden etc.
      Dieses Vertrauen ist meines Erachtens aber auch gerechtfertigt, denn erstens hat sich das System jetzt schon sehr lange als gut funktionierend herausgestellt. Wie du selbst sagst, wäre unser ganzer technologischer Fortschritt ja sonst gar nicht möglich gewesen. Und zweitens sind für alle involvierten Arbeitsschritte immense Qualitätskontrollmaßnahmen implementiert. Das ist jemandem, der nicht in dem Bereich arbeitet, vielleicht gar nicht so klar. Aber bevor man in Deutschland eine Studie durchführt, benötigt man z.B. die Erlaubnis einer sogenannten Ethikkommission, die sich die geplante Studie genau anschaut. Während der Studie gibt es dann ein Monitoring, dass z.B. checkt, ob die Patientendaten auch richtig erhoben werden. Die Eingabe der Daten erfolgt dann durch mehrere unabhängige Personen, um hier Fehler zu vermeiden. Die Analyse der Daten muss auch doppelt kontrolliert werden und darf nur mit validierter Software erfolgen. All das ist gesetzlich geregelt! Natürlich musst du an irgendeiner Stelle irgendjemandem glauben. Aber das musst du immer. Du musst auch glauben, dass die Stimmen bei einer Wahl richtig ausgezählt werden. Du musst glauben, dass die Deutschlandkarte stimmt, obwohl du noch nicht selbst in allen Städten warst. Du musst glauben, dass dein Bäcker kein Gift ins Brot mischt. Du musst dem Handwerker glauben, dass deine Sauna nicht irgendwann explodiert. Du musst dem Museum glauben, dass früher wirklich Bergbau betrieben wurde. Du musst den Historikern glauben, dass es wirklich zwei Weltkriege gab. Von allen Informationen, die uns in unserem Leben so begegnen, sind die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten vermutlich die vertrauenswürdigsten.

      Also ja, in diesem Sinne ist Wissenschaft Glaubenssache. Aber der treffendere Titel wäre: „Alles ist Glaubenssache. Wissenschaft aber am wenigsten.“

      Noch ein paar spezifische Punkte:

      Zu deinem Maskenbeispiel hast du ja leider keine Studien referenziert. Der Link zur „Studie“ des Kinderarztes führt zu einem YouTube-Video. Ich finde nicht, dass es zu viel verlangt ist, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse wenigstens zu verschriftlichen. Es gibt ja gerade aus Gründen der Qualitätssicherung einen Standard für wissenschaftliche Arbeiten. Wer sich nicht mal die Mühe macht, einen Artikel mit Beschreibung der Methoden, Ergebnisse und Limitationen zu verfassen, kann leider nicht damit rechnen, Gehör zu finden. Falls es einen Artikel zum Video gibt, solltest du ihn verlinken.
      Ich habe allerdings auf die Schnelle auch keine Studien dazu gefunden, könnte mir aber vorstellen, dass manche Dinge einfach wegen fehlender Plausibilität nicht untersucht werden. Schließlich hat auch noch niemand in einer wissenschaftlichen Arbeit untersucht, ob das Tragen von Unterwäsche den Hormonhaushalt ändert. Ich kenne mich aber medizinisch nicht gut genug aus, um das zu beurteilen.

      Zur Covid-Impfung: Wie bei allen Gesundheitsmaßnahmen findet auch bei der Covid-Impfung eine Nutzen-Risiko-Analyse statt. Mit Studien wird die Sicherheit der Impfung so ausführlich untersucht, dass der Nutzen das Risiko deutlich überwiegt. Wir können ein neues Medikament oder eine neue Impfung gar nicht so ausführlich untersuchen, um absolut sicher zu sein. Schließlich könnte es immer noch irgendeinen völlig neuartigen Effekt geben, der nur bei einem Menschen mit einer ganz bestimmten Genkonstellation dann doch zum plötzlichen Tod führt. Wir können aber die Impfung so weit untersuchen, dass solche Effekte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden können. Besser geht es nicht.

      Zu den Covid-Toten: Das hat nicht direkt was mit Wissenschaft zu tun, sondern ist einfach die offizielle Zählweise. Für sie sprechen sicherlich verschiedene Gründe: Sie ist objektiv, da sie auf klaren Kriterien beruht. Sie ist einfach, da nicht jeder Tote obduziert werden muss, was vermutlich ein Ding der Unmöglichkeit wäre.

      Zu Long-Covid: Es gibt glaube ich noch keine einheitliche Definition davon, aber es gibt einige wissenschaftliche Studien, die klar zeigen, dass eine Covid-Erkrankung Langzeitfolgen haben kann, z.B: https://academic.oup.com/cid/advance-article/doi/10.1093/cid/ciaa1750/5998118
      Ich denke, man ist sich sicher, dass typische Long-Covid-Schäden deutlich häufiger in ehem. Covid-Erkrankten vorkommen als in Personen, die nie Covid hatten. Daher ist auch klar, dass das tatsächlich eine Folge von Covid ist. Wie immer spielen auch andere Faktoren wie die von dir genannten vielleicht eine Rolle. Das ändert aber nichts daran, dass Covid ein (hauptsächlicher) Verursacher ist.

      • cksol

        Danke, lieber Samuel, für Deine ausführliche Antwort.
        Deine Beispiele mit Brot, der Deutschlandkarte etc. sind wunderbar. Ich bin tatsächlich gerade auf dem Trip, dass ich auch das alles hinterfrage. Du hast völlig recht: ALLES, was wir nicht selbst nachweisen, beweisen können, müssen wir einfach glauben und den Menschen, die uns das erzählen, vertrauen.
        Aber: Kann es vielleicht auch ganz anders sein? Und wenn ja, wie?
        Du vertraust DER Wissenschaft und den Gremien. ich habe durch die Krise erkannt, dass ich genau das nicht tun kann. Weil es andere für mich sehr vertrauens- und glaubwürdige Menschen gibt, die zu anderen Erkenntnissen kommen.
        Wem kann ich aber glauben und vertrauen?
        Für mich ist es ein Indiz, wenn eine Seite die offene Diskussion ablehnt, wenn sie Information „weich“ und interpretierbar weitergibt, wenn in der Öffentlichkeit einseitig berichtet wird, wenn Menschen, ihre Webseiten, Videos und Profile in den Social Media Kanälen gelöscht werden, wenn in Wikipedia Eintragungen mal schnell geändert werden, so dass sie ins herrschende Narrativ passen, wenn Menschen auf Grund ihrer anderer Meinung diskreditiert werden und ihren Arbeitsplatz verlieren, …
        dann ist genau diese Seite für mich NICHT vertrauens- und glaubwürdig.
        Wer andere (fundierte) Ansichten nicht zulassen kann und nicht drüber reden will, hat was zu verbergen. Der turnt auf dem blauen Ast des Paradiesbaumes herum und hat es nötig sich auf Kosten anderer zu stärken.
        Aber es ist ja schön, dass Du ein positiver Mensch bist, der mit Regierung und Wissenschaft nur gute Erfahrungen macht.

    • Anne-Kathrin Feldhoff

      Der Artikel gefällt mir sehr gut, liebe Christiane!

    • Sabine Judesch

      Das empfinde ich genauso.
      Hatte heute auch darüber nachgedacht nachdem Samuel kommentiert hatte.

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