Foto und Grafiken: Christiane Kilian

Gibt es zu Corona nur eine Wahrheit?

(Achtung: Dieser Blogartikel wirbt für Toleranz!)

Es gibt unendlich viel verschiedenes Wissen auf der Welt.

Schau Dich um. Wir haben die verschiedenen Naturwissenschaften: Mathematik, Physik, Chemie, Medizin, Geologie und all ihre verwandten Fachrichtungen.

Wir haben die Geisteswissenschaften: Geschichte, Kunstgeschichte, Musik, Literatur und so weiter.

Und die Sozialwissenschaften: Kommunikation, Soziale Arbeit, Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Rechtwissenschaften, Volkswirtschaft, Wirtschaftswissenschaft und was da noch so alles dazu gehört.

Wir haben auf der Welt die verschiedenen Religionen. Wir haben eine sehr lange Geschichte, die in jeder Region auf der Erde anders ist und aus Sicht des jeweiligen Landes anders erzählt wird. …

Wenn ich mir das so anschaue, dann ist meine Erkenntnis daraus, dass es wirklich unendlich viel Wissen gibt.

Und wenn es so unendlich viel Wissen gibt und ich mir uns Menschen anschaue, dann weiß ich, dass es keinen Menschen geben kann – und sei er noch so hochbegabt und hat er auch noch so einen hohen IQ:
Es gibt keinen Menschen, der alles das wissen kann.

Logikkette: Wenn es unendlich viel Wissen gibt, dann kann kein Mensch alles wissen.

Kein Mensch kann alles wissen.

Das ist die eine Seite.

Die andere Seite, die aber natürlich damit zusammenhängt, ist, dass wir auf dieser Welt sehr viele verschiedene Kulturen haben. Damit meine ich nicht nur die kulturellen Unterschiede zwischen z.B. Süd- und Nord-Europa oder zwischen Orient und Okzident. Du weißt, dass es noch viel mehr Unterschiede gibt.

Zum Beispiel wächst in Deutschland ein Kind in einer ArbeiterInnenfamilie natürlich mit anderen Werten auf, als eines in einer LehrerInnenfamilie oder ein Kind in einer UnternehmerInnenfamilie. In der einen Familie ist vielleicht das einfache Leben und das Selbermachen ein sehr wichtiger Wert, in der anderen steht Wissen und Bildung ganz oben und in der nächsten Ansehen und Statussymbole. Ich weiß, das sind jetzt Klischees, aber die machen es doch deutlich.

Es gibt sehr viele verschiedene Kulturen und Werte.

Und von den Werten, mit denen ein Mensch aufwächst, hängt seine Sichtweise auf die Welt und auf einzelne Ereignisse ab. Weil es so ist, haben sich z.B. bei uns die verschiedenen Parteien, Vereine und Institutionen gebildet, die die Sichtweisen und Werte ihrer Zielgruppe aufgreifen.

 

Also:
Wenn ich weiß, dass es auf der Welt sooo viele verschiedene Kulturen mit verschiedenen Werten gibt, dann weiß ich auch, dass daraus unglaublich viele verschiedene Sichtweisen auf die Welt und das, was in ihr passiert, entstehen.

Es gibt sehr viele verschiedene Sichtweisen.

Logisch oder? Das kannst Du doch nachvollziehen. Oder etwa nicht? Schreibe mir gerne einen Kommentar oder eine Mail.

So, damit habe ich die beiden Logikketten zu Wissen und Sichtweisen, die ja von unseren Werten abhängig sind.
Im nächsten Schritt führe ich die zusammen:

Wenn ich weiß, dass ich selbst und auch kein anderer Mensch alles wissen kann, und wenn ich weiß, dass es so viele verschiedene Sichtweisen auf die Dinge gibt, dann kann ich mich nur für meine eigene Wahrheit entscheiden.

Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit.

Ich kann mir meine Meinung nur bilden, aus dem, was ich weiß, in Kombination mit meiner Sichtweise auf die Welt, die sich durch meine Familie und meine Erfahrungen entwickelt hat.

Ich kann mir nicht alles Wissen, was da noch dazu gehören könnte, reinziehen. Eben weil viel zu viel Wissen da ist.

Und ich kann mir nicht die Erfahrungen und Werte und Sichtweisen aller anderen Menschen zu eigen machen. Das geht einfach nicht. Ich kann nicht die „1000 Meilen in den Mokassins“ jedes anderen Menschen gehen, wie es in einem indianischen Sprichwort heißt.

Also habe ich meine eigene Wahrheit, die vermutlich anders ist, als Deine Wahrheit, weil Du ein anderes Wissen hast und andere Werte priorisierst und weil Du dadurch eine andere Sichtweise auf die Welt hast.

Eine Wahrheit ist veränderbar.

Meine eigene Wahrheit ist veränderbar, weil es natürlich im Laufe des Lebens passiert, dass ich neues Wissen und neue Erfahrungen dazu gewinne, und weil es passiert, dass sich auch meine Sichtweise auf die Dinge durch das neue Wissen und neue Erfahrungen verändert.

Klar verändert sich dann auch meine Wahrheit, also das, was ich für richtig oder falsch halte.

Logikkette: Wenn ich neues Wissen und neue Erfahrungen dazu gewinne, dann verändert sich meine Wahrheit.

So, jetzt habe ich die Grundlagen geschaffen, um etwas zum Umgang mit der Corona-Krise sagen zu können.

Die Wahrheit im Umgang mit der Corona-Krise

Da stehen sich mindestens zwei, vermutlich noch mehr Lager unversöhnlich gegenüber. Die einen, die die ganzen Maßnahmen beschließen, und andere, die diese Maßnahmen für falsch halten.

Die einen, die ihre Meinung = ihre Wahrheit äußern und weit verbreiten (dürfen), und die anderen, denen ihre Meinung und ihr Wissen am besten  verboten werden sollte und die als unseriös, als Verschwörer, als nicht-ernstzunehmende Wissenschaftler abgetan werden (aus Sicht der ersteren). Alle behaupten, dass es nur eine Wahrheit gibt und dass das nämlich ihre eigene ist.

Dass es aber nicht nur eine Wahrheit gibt, habe ich ja eben aufgezeigt.

Ich bin oben auch auf die Bedeutung der Kultur und der Werte der jeweiligen Menschen eingegangen.

Leider kommt die Frage nach dem Warum in der öffentlichen Diskussion bisher kaum vor. Dabei ist die doch entscheidend:

Warum wird etwas so oder so entschieden?

Menschen, die schon älter sind und dadurch zur Risikogruppe für eine Corona-Erkrankung zählen und die vielleicht Angst vor dem Tod haben, ergreifen natürlich andere Maßnahmen angesichts dieser Pandemie als jüngere und/oder gesündere Menschen. Und diese älteren und kränkeren Menschen verteidigen natürlich die von oben verordneten Maßnahmen auch eher als Menschen, die keine Angst vor dem Tod haben, die keinen herzlichen Kontakt zu älteren Menschen haben oder deren Eltern eh nicht mehr leben.

Welcher Wert liegt einer Entscheidung zugrunde?

Wenn Menschen als höchsten Wert „Leben um jeden Preis“ haben, dann müssen sie alles dafür tun, dass sich das Virus nicht ausbreitet und Menschenleben gefährdet. Und dann müssen sie genau diese Maßnahmen beschließen, die erlassen worden sind, um das Leben um jeden Preis zu schützen.

Hat aber jemand die Einstellung „Alles hat seine Zeit, auch der Tod“ und/oder „Es ist, wie es ist“ und/oder „Alles hat seinen Sinn“ und/oder „Auch der Tod ist vorbestimmt und wenn er kommt, dann ist es richtig so“ oder ähnlich, dann wird dieser Mensch einfach vertrauen und sich dem hingeben, was passiert, und nicht um jeden Preis einen Menschen am Leben erhalten wollen.

Und Menschen, die als höchsten Wert „Freiheit“ haben, würden völlig andere Maßnahmen treffen. Und genau die wettern natürlich gegen die Restriktionen, die erlassen wurden, weil sie ihre Freiheit erheblich eingeschränkt sehen. Und dass das so ist, lässt sich nicht leugnen und schönreden.

Und Menschen, denen es am aller wichtigsten ist, dass Kinder in dem Wert “psychische Gesundheit” aufwachsen können, würden sie nicht in Stadtwohnungen mit ihren überforderten Eltern einsperren und ihnen den Gang zu Spielplätzen und Parks verwehren. Die würden sie nicht dem Stress der Erwachsenen aussetzen und dadurch riskieren, dass sie geschlagen und missbraucht werden.

„Glück“ ist auch für manche Menschen erstrebenswert und sie setzen es deshalb für sich an höchste Stelle. Würde bei den Verantwortlichen „Glück“ ihr höchster Wert sein, dann müssten sie nachvollziehbarerweise andere Maßnahmen treffen als die, die es jetzt gibt. Ich nehme an, dass es derzeit nur sehr wenige Menschen gibt, die angesichts der Pandemie und der damit verbundenen Maßnahmen Glück spüren können.

Verstehst Du, was ich meine?

Wir werden regiert von überwiegend älteren Menschen, die zur Risikogruppe gehören. Sie haben scheinbar Angst vor dem Tod und sie haben wohl auch Angst, dass man sie zur Verantwortung für die Anzahl der Toten heranzieht, indem man sie abwählt oder sogar anklagt. Deshalb müssen sie diese Maßnahmen beschließen. Das ist ganz logisch = folgerichtig.

Vermutlich ist ihnen der Zusammenhang nicht bewusst und vielleicht würden sie ihn sogar bestreiten.

Tatsache aber ist, dass der oberste Wert, der momentan von der Seite der Regierungsverantwortlichen vertreten wird, der Wert „Leben um jeden Preis“ und der Wert „würdevolles Sterben“ ist.

Der Wert „Freiheit“ ist eindeutig nachrangig; die Werte „Glück“, „psychische Gesundheit“ und „gewaltfreie Erziehung“ stehen auch an hinterer Stelle.

Die Werte des Grundgesetzes

Als das Grundgesetz beschlossen wurde, hat man über unsere Werte nachgedacht. Da wurde lange diskutiert, dann die Werte festgelegt, formuliert und in eine Reihenfolge gebracht. Die Reihenfolge und damit die Be-Wertung und Priorisierung war notwendig, weil ja nur so etwas niedergeschrieben werden kann.

Schaue ich mir die Grundrechte des Grundgesetzes an, so kann ich feststellen, dass im Zusammenhang mit der Krise die Reihenfolge des Grundgesetzes verschoben und enger interpretiert wurde:
Artikel 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, wird derzeit verkürzt auf „Jeder Mensch muss in Würde sterben können“.

Artikel 2 „Die Freiheit der Person“: Hier hat man bei den Entscheidungen zur Corona-Krise den 2. Satz vor den 1. gestellt: Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit wird als wichtiger eingeschätzt als der 1. Satz „Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.“

Ich fände das grundsätzlich okay, wenn es reflektiert und für alle klar begründet wäre und entsprechend kommuniziert würde. Dann könnte in einer Demokratie da drüber diskutiert werden.

Es ist aber nicht reflektiert und es kann deshalb auch nicht kommuniziert und diskutiert werden.

Werte kennen, diskutieren, priorisieren und dann folgerichtige Entscheidungen treffen.

Das heißt: Der Ansatz müsste es sein, unsere Werte zu diskutieren, sich da auf eine klare Rangfolge für diese Gesellschaft festzulegen und dann aus diesen Werten heraus, die logischen Schlüsse für das Handeln zu ziehen.

Ich habe keine Ahnung, was diese Vorgehensweise für Ergebnisse bringen würde. Vielleicht wären es in der Regierung die gleichen Ergebnisse, wie wir sie jetzt haben. Vielleicht kämen aber in der Gesamt-Bevölkerung auch andere Ergebnisse heraus.

Sei tolerant anderen gegenüber!

Mir ist es mit diesem Blogartikel wichtig aufzuzeigen, dass Toleranz bedeutsam ist. Denn: Es gibt NICHT nur eine Wahrheit und niemand kann ernsthaft behaupten, dass das eine wahr ist und das andere nicht!

Ich wünsche mir, dass das die Menschen verstehen und nicht mehr andere herunterputzen müssen, nur weil sie aus ihrer Lebenserfahrung heraus zu anderen Schlüssen und Ergebnissen kommen.

Welche Werte sind Dir wichtig?

Hast Du schon mal drüber nachgedacht, welcher Wert Dir wie wichtig ist und wo da der Zusammenhang mit Deinem Fühlen, Denken und Tun liegt?

Mach mal!

Es ist soo viel leichter Entscheidungen zu treffen, wenn Du Deine Werte kennst und ihre Prioritäten klar hast.

Ich helfe Dir gerne dabei, für Dich Klarheit und damit inneren Frieden zu gewinnen. Schau einfach nach meinen Angeboten auf dieser Seite.

Ich wünsche Dir, dass Du gut durch die Krise kommst und nun nicht mehr andere Menschen wegen ihrer anderen Wahrheit verteufeln musst.

Herzlichst Deine Christiane Kilian

(am 31.03.2020)

Glück durch Inneren Frieden

    4 replies to "Was ist die Wahrheit?"

    • SK

      In dem Artikel wird gut dargestellt, dass Menschen verschiedene Werte haben, dass es keine absolut richtigen Werte gibt und daher Entscheidungen, die auf Werten basieren, nicht absolut richtig oder falsch sein können. Dem stimme ich grundsätzlich zu.

      Allerdings werden meines Erachtens die Begriffe “Werte” und “Wahrheit”/”Fakten” in unzulässiger Weise vermischt.
      Ein Wert beschreibt grob gesagt, wie etwas sein sollte, und bezieht sich auf Sachverhalte, die mit menschlichem Handeln zu tun haben. Beispiel: “Jeder Mensch sollte das Recht auf bestmögliche Gesundheit haben.”
      Ein Fakt beschreibt grob gesagt, wie etwas ist. Beispiel: “Bis um 31.03. sind ca. 0,8 % der pCR-Test-bestätigten COVID-19-Fälle in Deutschland verstorben.”

      Jeder Mensch kann sich seine Werte aussuchen und eine Gesellschaft muss sich auf ihre Werte einigen. Das trifft aber nicht auf Fakten zu. Zwar kann sich jeder Mensch entscheiden, was er als persönlichen Fakt ansieht, doch ist nicht jeder dieser persönlichen Fakten gleich wahr.

      Um politische Entscheidungen zu treffen, ist es wichtig, sich der zugrunde liegenden Werte bewusst zu sein (wie im Artikel gut dargestellt). Um sein Handeln nach diesen Werten auszurichten, ist es allerdings auch wichtig, die Fakten so gut wie möglich zu kennen. (Dabei müssen die Fakten übrigens nicht bis ins Detail bekannt sein. Die bestmögliche Schätzung ist natürlich hilfreicher als gar keine oder eine schlechte Schätzung.)

      Für die Einschätzung von Fakten steht die wissenschaftliche Methodik zur Verfügung. Ein wichtiger Teil davon ist der wissenschaftliche Diskurs, in dem erstmal alle Hypothesen zugelassen sind. Zu diesem Diskurs gehört es aber auch, Hypothesen zu widerlegen. Wenn zum Beispiel jemand behauptet, dass die Infektion mit SARS-CoV-2 nicht verstärkt zu Pneumonien führt, so kann ich theoretisch zwei Gruppen bilden, die eine Gruppe mit dem Virus infizieren und zählen, wie viele Menschen in welcher Gruppe Pneumonien bilden. Das ist zwar unethisch, aber zum Glück gibt es andere Methoden, die auch momentan angewandt werden. Wenn diese Ergebnisse der Hypothese widersprechen, so muss sie verworfen werden. Ein guter Wissenschaftler*in akzeptiert dann diese Evidenz und revidiert seine Hypothese. Wenn er es nicht tut, aber weiterhin keine guten Argumente für seine These vorlegt, wird er vom Großteil der Wissenschaft zurecht ignoriert. Das passiert gerade z.B. mit Wolfgang Wodarg. Damit ist er aber noch kein Verschwörungstheoretiker; das wird man erst dadurch, dass man eine große Verschwörung dafür verantwortlich macht, dass seine eigenen Thesen ignoriert werden. Dieser Gedanke ist oft angenehmer, als seinen Irrtum anzuerkennen, und daher kommt es in solchen Fällen immer mal wieder vor.

      Damit Entscheidungen auf der bestmöglichen Grundlage getroffen werden können, ist es also wichtig, die zugrundeliegenden Werte und die zugrundeliegenden Fakten zu kennen. Ersteres sollte in einer Gesellschaft demokratisch entschieden werden. Letzteres kann durch wissenschaftliche Methoden herausgefunden werden und muss der Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden. Daher ist es wichtig, richtige Fakten zu verbreiten und falsche Fakten zu korrigieren.

      Und es ist auch wichtig, die Verbreitung von falschen Fakten zu unterbinden. Denn wenn Menschen diese als wahr erachten und darauf ihre Entscheidung basieren (im Zusammenspiel mit ihren Werten), so kann es passieren, dass sie im Endeffekt eine Entscheidung treffen, die ihrer Absicht eigentlich widerspricht. Beispiel: Wenn meine Absicht ist “Meine Oma soll so lange wie möglich leben.” und ich dem falschen Fakt vertraue “Die Infektion mit SARS-CoV-2 wird an der Lebenserwartung meiner Oma nichts ändern.”, so treffe ich die Entscheidung, meine Oma zu besuchen, obwohl ich mit SARS-CoV-2 infiziert bin. Durch das Infektionsrisiko und die erhöhte Sterbewahrscheinlichkeit resultiert eine Entscheidung, die meiner Absicht widerspricht.

      • cksol

        Danke für die ausführliche wissenschaftliche Analyse. Ich bin “nur” Diplom-Sozialpädagogin und hätte mit meinem Wissen so etwas nicht schreiben und nicht mal denken können.

    • B

      Hallo Christiane
      Ich finde es fehlt die Einstellung der Rücksicht.
      Ich kann zwar eine eigene Meinung haben (z.B. mir ist es egal ob ich jetzt oder später sterbe), aber indem ich die Meinung der anderen toleriere, verändert sich ja auch mein Verhalten, da ich mich dann aus Rücksicht (weil die anderen Menschen vielleicht noch nicht sterben wollen) an die Maßnahmen halte, wie Abstand und zu Hause bleiben.
      Ich sehe viele Menschen, die nur an sich denken und ihre Einstellung umsetzen (“mir egal, ich gehöre nicht zur Risikogruppe, also halte ich mich auch nicht an die Regeln).
      Wie ist es damit?
      B.

      • cksol

        Ja, Du hast recht: Der Wert “Rücksichtnahme” ist mir beim Schreiben nicht in den Sinn gekommen. Aber da fällt mir gerade ein Gespräch mit einer Klientin ein über ihre Werte, in dem wir entdeckten, dass sich werte auch widersprechen können. Ich kann z.B. manchmal nicht gleichzeitig den Wert “Selbstfürsorge” und den Wert “Hilfsbereitschaft” leben, weil ich dann u.U. selbst zu kurz komme, wenn ich immer für die anderen da bin oder die anderen zu kurz kommen, wenn ich für mich sorge und deshalb auch Nein sagen muss. “Rücksicht” ist ein sehr hoher Wert, aber er bedeutet dann in solch einer Situation, dass ich meine anderen werte evtl. hinten anstellen muss. Deshalb finde ich es so wichtig, sich mit den eigenen werten und der jeweiligen Gewichtung auaeinanderzusetzen. Nur dadurch bekomme ich Klarheit für mein Fühlen, Denken und Tun und kann in Frieden leben.
        Danke, Harzhexe, für Deinen Gedankenanstoß!

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