Mit dem Paradiesbaum gegen Gewalt an Pflegekräften

(Bitte beachte, dass Du durch den Link zu Youtube geleitet wirst und ich keinen Einfluss darauf habe, was die mit Deinen Daten machen.)

 

Herr X, ein älterer Mann aus unserem Ort, erzählte mir letztens von seinem Krankenhaus-Erlebnis und wie er  (seine Worte!) „dem Pfleger eine wischte, dass er bis an die Tür flog“.

Ich war entsetzt über die Selbstverständlichkeit, mit der er das berichtete. Ein Verhalten, das mir völlig fremd ist.
Als ich aber auf dem Hintergrund meines Paradiesbaumes* über das Erzählte nachdachte, verstand ich, wie es dazu kommen konnte, dass Herr X aggressiv wurde, entdeckte die Zusammenhänge und sah den Lösungsweg, wie solche Situationen vermieden werden können.

*Der Paradiesbaum ist eine Grafik, die Dir klar und logisch aufzeigt, weshalb sich Menschen wie verhalten. Und durch die Logikketten wird auch deutlich, zu welchem Ergebnis in der Lebensqualität sie dieses Verhalten bringt. Ich habe den Paradiesbaum erarbeitet und dazu das Buch geschrieben „Auf welchem Ast turnst Du? – Mit dem Paradiesbaum durch Logik zum Glück“ (ISBN: 978-3-86948-650-5). Du kannst das Buch über den Button ganz unten kaufen.

Aggressivität von PatientInnen

Was war geschehen?
Herr X wurde als Notfall nachts in die Klinik eingeliefert, weil er heftige Beschwerden hatte. Erst musste er lange auf eine Ärztin warten, dann wurde er in ein Zimmer gelegt, aus dem er wenig später wieder rausgeholt und in eine andere Klinik gebracht wurde. Es ging im mies und er sagte, dass er nicht informiert wurde, was mit ihm geschieht, was mit ihm gemacht wird, wohin er gebracht wird und weshalb er woanders hin gebracht wurde. Auch seine Familie wurde nicht benachrichtigt. In dem ihm unbekannten Krankenhaus kam er in ein Zimmer und weil nichts mehr passierte, schlief er ein. Plötzlich wurde er aus dem Schlaf gerissen und ein Pfleger wollte wohl eine Untersuchung vornehmen. Wieder gab es keine Informationen. Da platze Herrn X der Kragen und er schlug zu. Zu mir sagte er, dass er dann in Ruhe gelassen wurde und der Pfleger sich nicht mehr blicken ließ. 

Gewalttätige Konditionierung

Ich kenne Herrn X ein bisschen. Ich vermute, er kommt aus einem Milieu, in dem Schläge durchaus an der Tagesordnung waren und vielleicht auch noch sind. Wahrscheinlich ist er damit aufgewachsen und auch seine jetzt erwachsenen Kinder werden immer wieder etwas abbekommen haben. Vielleicht sogar seine Frau.
D.h. für Herrn X ist körperliche Gewalt ein normales Mittel, um seine Interessen und Wünsche durchzusetzen.

Mit dem Paradiesbaum durch Verständnis zu einer Lösung gegen Gewalt an Pflegenden

Egal wie man dazu stehen mag, in meinem Paradiesbaum zeige ich Dir die Zusammenhänge klar und logisch auf:

Klicke hier drunter auf das Video, wenn Du das Folgende animiert sehen möchtest. 

Der Stamm des Paradiesbaumes:

  • Herr X wollte gerne gesund sein, aber sein Körper war anderer Ansicht und er wurde krank. Und zwar so sehr, dass er als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
  • Im Krankenhaus wollte Herr X gerne informiert werden, was mit ihm ist und was mit ihm gemacht wird. Er wurde aber nicht informiert.
  • Herr X hat sich vermutlich unbewusst auch gewünscht, dass er Anteilnahme bekommt und psychisch gestärkt wird, aber dazu ist im Krankenhaus-Alltag kein Platz.
  • Herr X hat sich vielleicht auch unbewusst gewünscht, dass er gefragt wird und mit entscheiden kann, was mit ihm gemacht wird und ob er evtl. besser in ein anderes Krankenhaus verlegt werden sollte. Aber er wurde nicht gefragt und man hat über seinen Kopf hinweg Entscheidungen getroffen.
  • Das heißt, Herr X wollte ziemlich viel – bewusst und unbewusst, aber er stieß an Grenzen.
  • Und weil er an diese Grenzen des Systems und der Krankenhaus-Mitarbeitenden stieß, wurden seine Wünsche nicht erfüllt und er bekam seinen Willen nicht.
  • Und weil Herr X seinen Willen nicht bekam, fühlte er sich klein, hilflos und ohne Macht.
  • Und wenn jemand sich klein, hilflos und ohne Macht fühlt, dann nimmt er in dem Moment sein persönliches Können nicht wahr. Die Wahrnehmung des persönlichen Könnens ist aber das, was unser Selbstwertgefühl ausmacht.
  • Wenn also Herr X sein persönliches Können nicht wahrnimmt, dann hat er in diesem kurzen oder auch längeren Moment ein sehr geringes Selbstwertgefühl.
  • Und wenn er ein geringes Selbstwertgefühl hat, dann hat er ein negatives Selbstbild. Denn sein Idealbild ist es, stark zu sein und sein Leben selbst nach den eigenen Vorstellungen gestalten zu können.
  • Das negative Selbstbild, das heißt, die Diskrepanz zwischen unserem Selbstbild und unserem Idealbild ist für uns Menschen und damit auch für Herrn X die Handlungsmotivation.

Der linke, blaue Ast des Paradiesbaumes

In dem Fall versuchte Herr X wieder in seine Stärke zu kommen, indem er aggressiv wurde und unreflektiert auf das über fast 70 Jahre lang erlernte Verhaltensmuster zu griff, nämlich körperliche Gewalt anzuwenden.

In der Logiksprache heißt das:

  • Wenn Herr X ein negatives Selbstbild hat und sich stark fühlen möchte, dann kann er das tun, indem er sich auf Kosten anderen Menschen stärkt.
  • Und wenn er sich auf Kosten anderer stärken möchte, dann kann er das tun, indem er gegen sie körperlich gewalttätig wird.
    Er hätte sich auch auf Kosten des Pflegers stärken können, indem er auf ihn schimpft oder indem er sich bei dessen Vorgesetzten beschwert. Aber aus dem Schlaf gerissen hat er auf das Verhaltensmuster zugegriffen, das ihm am schnellsten zur Verfügung stand.
    So hat er den Pfleger geschlagen und ihn damit in seine Schranken verwiesen. In dieser Situation war dann ganz schnell Herr X der Starke und der Pfleger wurde im wahrsten Sinne des Wortes ganz klein und hilflos.

So einfach lässt sich mit dem Paradiesbaum diese Situation erklären.

Nur, dass Du mich richtig verstehst:
Ich finde dieses Verhalten natürlich nicht richtig. Aber ich bin mir sicher, dass es sich nur ändern lässt, wenn man es versteht.

Mit dem Paradiesbaum habe ich die eigentliche Ursache für solches Handeln entdeckt und dadurch wird klar, wo mit der Verbesserung angesetzt werden muss. Mit dem Paradiesbaum bekommst Du also nicht nur die Erklärung in die Hand, sondern auch die Lösung.

Den Lösungsweg, wie in unsrer Gesellschaft solchen Gewaltsituationen vorgebeugt werden könnte, will ich Dir jetzt hier auch noch aufzeigen.

Klicke hier drunter auf das Video, wenn Du das Folgende animiert sehen möchtest. 

Der mittlere, grüne Ast des Paradiesbaumes

Wie hätte die Situation im besten Fall aussehen können?

Herr X wäre mit seinen Beschwerden trotzdem nachts ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wohlwollendes Pflegepersonal hätte ihn in seinen Ängsten beruhigt und ihm Zuversicht und Vertrauen geschenkt, denn sie sahen, dass er sich so richtig schlecht fühlte und sie wussten, dass er sich lieber gut fühlen wollte. 

Die Mitarbeitenden im Krankenhaus hätten ihr Ziel klar vor Augen haben können: Wenn sich nämlich Herr X gut aufgehoben fühlte, würden sie ihre Arbeit deutlich entspannter und stressfreier erledigen können. Und so hätten sie für sein Wohlergehen gesorgt, wären freundlich und zugewandt gewesen, hätten ihn über die medizinisch notwendigen oder möglicherweise geplanten Maßnahmen informiert, ihn nach seinen Wünschen gefragt und sich freundlich bestätigen lassen, dass die Untersuchungen zu dem von ihnen (dem Personal) gewünschten Zeitpunkt gemacht werden dürfen.

Dadurch hätten sie Herrn X  seine Handlungsfähigkeit in dem Maße zurückgegeben, wie es für seine Erkrankung angemessen gewesen wäre.

Und Herr X hätte sich ernst genommen, verstanden und wertgeschätzt gefühlt.

Unabhängig von der gewalttätigen Konditionierung, die Herr X in seiner Lebensgeschichte erfahren hat, hätte er nun keinen Anlass zu Aggression gehabt und niemand wäre auf die Idee gekommen, dass Herr X gegen einen Pfleger gewalttätig werden könnte.

So wäre dann auch die Atmosphäre für alle Beteiligten gut gewesen und vermutlich hätte das dann auch den Heilungsprozess gefördert.

So einfach sieht mit dem Paradiesbaum die Lösung aus.

Und wäre es nicht wunderbar, wenn es in unseren Krankenhäusern so zuginge?

Doch ganz so einfach ist es natürlich doch nicht, weil die Situation auch noch mit dem überlasteten Pflegepersonal zusammenhängt. Doch das ist in einem anderen Blogartikel Thema. Den findest Du demnächst hier.

Mit dem Paradiesbaum möchte ich zur Verbesserung unserer Gesellschaft beitragen. Und Du kannst es auch, indem Du diesen Blogartikel kommentierst, indem Du ihn verbreitest, mein Buch zum Paradiesbaum liest und das Buch und seine Inhalte weitergibst. 

Willst Du mehr über den Paradiesbaum wissen, mit dem ich Dir jedes menschliche Verhalten erklären kann? Willst Du die Lösungswege aus unangenehmen Situationen entdecken?

Dann kaufe doch einfach mein Buch dazu und entscheide künftig ganz bewusst, wie Du sein und wie Du leben möchtest.


Herzlichst Deine Christiane Kilian

PS: Schreibe mir (am besten hier als Kommentar) Deine Erfahrungen mit Krankenhaus-Aufenthalten. Wie hast Du Dich da gefühlt? Macht Dich dieses Ausgeliefert-Sein auch aggressiv oder ziehst Du Dich eher frustriert zurück? Schaffst Du es, im Krankenhaus für Dein Wohlergehen zu sorgen? Oder wirst Du da von anderen umsorgt?

 

    2 replies to "Mit dem Paradiesbaum gegen Gewalt an Pflegekräften"

    • Anja

      Liebe Christiane,

      sehr schön und verständlich die Situation und die Motivation dahinter erklärt.

      Ich selber habe bisher noch kein solches Erlebnis gehabt, allerdings hatte mein Exmann ein ähnliches Erlebnis. Aufgrund eines Schlaganfalls und eines Sturztraumas lag er mehrere Wochen mit einer Querschnittslähmung im Krankenhaus und musste aufgrunddessen entsprechend gepflegt und gewaschen werden. Er konnte weder selbständig essen noch trinken. Hände beide im Faustschluss. Arme beweglich und Beine beweglich, aber nicht in der Lage, sich selbständig im Bett zu drehen oder gar aufzurichten. Eines Morgens kam eine für ihn unbekannte Krankenschwester, um ihn zu waschen. Da er sie nicht kannte, hat er sie direkt darauf aufmerksam gemacht, dass er eine Mumpserkrankung hatte und aufgrunddessen „da unten“ etwas empfindlich ist. Sie möchte bitte etwas aufpassen und nicht so rüde sein. Sie hat darauf dann geantwortet, er solle sich mal nicht so anstellen und hat wenig Rücksicht auf seine Bitte genommen. Als sie ihn „da unten“ wush, hat sie ihm dann auch ordentlich weh getan und er hat sie noch mal daraufhingewiesen, bitte vorsichtiger zu sein. Aber auch die zweite Bitte verhallte ungehört und als sie wieder so beherzt zugriff, sah er für sich keine andere Möglichkeit sich zu wehren, als zu treten. Und das hat er dann auch gemacht. Wohlgemerkt ist er überhaupt kein gewalttätiger Mensch.

      • cksol

        Liebe Anja, danke für Deinen Kommentar und die Beschreibung des Erlebnisses Deines Mannes. Ja, leider bleibt uns manchmal wirklich nur der Weg zu solchen Mitteln zu greifen, wenn unsere Worte oder Gesten nicht verstanden werden. Solche Art Gewalt ist nie nur einseitig aus heiterem Himmel. Wünschen wir uns allen, dass wir mehr Verständnis füreinander aufbringen, damit Gewalt eingedämmt wird.

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