20 Fakten über mich, die alle mit dem Paradiesbaum zusammenhängen – Teil 2

Dieser Blogartikel ist ein Beitrag zur Blogparade von Birgit Schultz 

Der Paradiesbaum ist eine grafische Darstellung der Zusammenhänge zwischen unserem Verhalten und unseren Gefühlen mit unserem Selbstwertgefühl bzw. unserem Selbstbild. Alles, was wir tun und was wir lassen, wirkt sich auf unser Wohlbefinden aus. Und so auch alles, was ich erlebt habe. Manches hat mehr, manches weniger Bedeutung für mein Leben heute. Hier habe ich einiges zusammen getragen, das deutliche Auswirkungen hat bzw. hatte.

11. Ich habe mal Geige gespielt.

Ich konnte noch nicht gut spielen, da wurde ich schon ins Schulorchester integriert. Das Erlebnis im Wiesbadener Kurhaus auf der Bühne des großen Kurhaussaales bei den Schulmusiktagen dabei sein zu dürfen, vergesse ich auch nicht. Und schon damals hat es mich beeindruckt, wie unser Dirigent und Musiklehrer uns mit unseren unterschiedlichen Fähigkeiten ins Orchester eingewoben hat. Wir waren auch mit wenigen Tönen zur rechten Zeit ein unverzichtbarer Teil des großen Ganzen, das den wunderbaren Klang ergab.
Das gehörte auch zur Stärkung des Selbstwertgefühls auf dem grünen mittleren Ast des Paradiesbaumes.

12. Ich bin auch staatlich geprüfte Hauswirtschafterin,

wäre aber fast durch die Prüfung gefallen. Damals ging es um eigentlich helle, aber total verdreckte Wollsocken, die ich mit Handwäsche sauber bekommen sollte. Keine Chance! Das Gefühl von Überforderung führt auch heute bei mir schnell zur Resignation und damit auf den roten, negativen Ast des Paradiesbaumes. Das Studium zur Diplom-Sozialpädagogin habe ich übrigens erst gemacht, als schon alle vier Jungs da waren.

13. Ich liebe Boogie Woogie.

Wenn ich diese Musik, diesen Rhythmus höre, zuckt es in meinen Füßen und ich muss mich zwingend dazu bewegen. Und wenn es nur das Wippen mit den Füßen ist – im Auto kann ich ja schlecht tanzen ;-). Zu meinem großen Glück geht es meinem Mann ebenso und so tanzen wir schon viele Jahre miteinander Boogie Woogie, auch in einem Club. Ich kenne eigentlich keinen anderen Tanz, der so viel Lebensfreude ausstrahlt und der mich deshalb so glücklich macht. (Nein, das sind wir nicht, ist aber ein wunderbares Beispiel wie Boogie Woogie auch in fortgeschrittenem Alter noch Spaß machen kann. Und zwar nicht nur den Tanzenden!)

(Wenn Du das Video anschauen willst, wirst Du zu Youtube geleitet. Was die mit Deinen Daten machen, weiß ich nicht. Entscheide selbst, ob Du es schauen willst.)

14. Ich mag keine ernstzunehmenden Wissenschaftler,

denn wer definiert denn, was und wer ernst zu nehmen ist und was und wer nicht? Es ist ähnlich wie mit der Ebsch-Seit (siehe Nr. 6. im ersten Teil der 20 Fakten über mich). Jemand bezeichnet sich selbst oder die, die in die eigene Richtung argumentieren und forschen, als ernst zu nehmend und alle anderen sind es nicht. Damit werden die mit anderer Meinung/Erkenntnis/Herkunft abgewertet und man selbst stärkt sich auf deren Kosten (blauer Ast des Paradiesbaumes).
Durch viele Ereignisse in meinem Leben habe ich gelernt, dass es nicht nur ein schwarz und ein weiß, nicht nur ein hell und ein dunkel … gibt. Jedes neue Wissen, jede neue Erfahrung verändert meine Sichtweise. Wie kann ich da werten, was und wer ernst zu nehmen ist und wer nicht?

15. Slowenien ist mein Lieblingsreiseland.

Wir waren schon oft da und haben schon fast alle Landesteile erkundet. Das Beitragsfoto oben zeigt mich am Bleder See.
Die Legende, dass Gott bei der Erschaffung der Welt alle Reste dorthin geworfen hat, können wir gut nachvollziehen. Auf dem kleinen Raum ist so eine große landschaftliche Vielfalt: Die Alpen, das Mittelmeer, die pannonische Tiefebene, der Karst, Höhlen, Seen, die mal da und mal weg sind, … – Abwechslung ohne Ende. Ideal für ScannerInnen!
Die Frage, ob wir vielleicht ganz dort leben möchten, haben wir aber angesichts der Sprache ganz klar mit Nein beantwortet.

16. Das Sprichwort „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es auch heraus“ stimmt.

Als ich vom Rhein in den Harz zog, warnte man mich vor dem verschlossenen, skeptischen Bergvolk dort. Aber ich war freundlich und fröhlich und so waren dort auch die Menschen mir gegenüber –
und sie sind es immer noch! Die echten “Eingeborenen” kommen nun seit Jahren regelmäßig zu mir zu den Oberharzer Mundart-Nachmittagen, die „alte“ Harzerinnen bei mir im Ringer Zechenhaus auf die Beine gestellt haben. Und ein Lied wurde sogar auf mich hin umgedichtet: „geh´n mer zum Christiane zur Ringerhalde hin“. Das ehrt und rührt mich.
Andersrum: Wenn jemand an eine Grenze gestoßen ist und sie/er deshalb muffelig und schlecht gelaunt oder gar aggressiv ist, dann wirkt sich auch das leider auch auf das Gegenüber aus.
Mit dem Paradiesbaum zeige ich die Zusammenhänge auf und damit ist auch die Lösung klar. Gut, gell?!

17. Ich bin Feministin!

Klar: Muss ich ja sein, bei der männlichen Übermacht im Haus (siehe Nr. 7
„Ich habe 4,5 Söhne“ im ersten Teil der 20 Fakten über mich)
.
Gibt es da einen Widerspruch zu 14., dass ich keine ernstzunehmenden Wissenschaftler mag? Auf der einen Seite rufe ich nach Toleranz und auf der anderen Seite beziehe ich klare Stellung für uns Frauen? Ja, ich neige aus meiner Erziehung heraus dazu, immer für die Schwachen Stellung zu beziehen. Für die, die sich nicht wehren können. Und das sind auch heute leider immer noch wir Frauen. Unsere männliche Sprache manifestiert dieses System und viele Frauen tragen dazu bei. Lies dazu auch meinen Blogartikel auf meiner anderen Webseite. Solange wir aber noch keine knapp bekleideten Männer bei der Waschmaschinenreklame  sehen, solange es noch nicht genauso üblich ist, mal einem fremden Mann einen Klaps auf den knackigen Hintern zu geben und solange es noch nicht genauso viele Geschäftsführerinnen in großen Firmen und Frauen in Aufsichtsräten gibt, solange werde ich noch klar für Frauen Stellung beziehen.

18. Ich war als Kind oft jähzornig.

Niemand verstand, weshalb ich manchmal (scheinbar) einfach so austickte. 2010 entdeckte ich das Thema Hochsensibilität und erkannte mich und viele meiner Lieben darin wieder. Ich las mir alles an und halte seit mehreren Jahren dazu auch Vorträge. Eines unserer besonderen Merkmale ist das – so heißt es: „uneinheitliche Persönlichkeitsbild“. Bei mir äußerte es sich als Kind als Jähzorn, heute als Bedürfnis nach sofortigem Rückzug und bei vielen Frauen früher wurde das als Hysterie abgetan. Wir Hochsensible erdulden viel, können vieles ertragen, nehmen uns oft zurück und stellen die anderen in den Mittelpunkt. Aber wenn dann der eine Tropfen kommt, der das Fass zum Überlaufen bringt, dann geht nichts mehr. Rumbrüllen, schreien oder die Geschwister schlagen sind Verhaltensweisen auf dem linken, blauen Ast des Paradiesbaumes. Ausgelöst durch die gespürten Grenzen in mir selbst. Heute kenne ich sie zum Glück und habe andere Wege gefunden, mit ihnen umzugehen bzw. es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Auch dank des Paradiesbaumes.

19. Ich bin das Gegenteil einer Shopping-Queen.

Das Selbstwertgefühl ist
die Wahrnehmung
des persönlichen Könnens.

Und deshalb gehört das Shoppen durchaus auch zum Glücklich-Werden auf dem mittleren grünen Ast des Paradiesbaumes.
Shoppen ist eine Möglichkeit, das eigene Können wahrzunehmen, denn Geld ausgeben für etwas, das ich gerne haben möchte und das Ergebnis dann in der Hand zu halten, stärkt durchaus. Leider funktioniert das bei mir so gar nicht. Ich würde zwar manchmal gerne shoppen, aber in den seltensten Fällen finde ich das, was mir wirklich gefällt.
Während sich also andere mit Shoppen stärken, zieht es mich eher runter und ich rutsche auf den roten Ast rüber, weil ich nicht das finde, was ich mir wünsche.
Das heißt, auf dem roten Ast bin ich schon, wenn ich mir zu hohe Ziele setze, die ich eh nicht erreichen kann. Aber es fällt mir immer noch schwer, den Wunsch z.B. nach einem hellgrünen kurzärmeligen Shirt mit V-Ausschnitt als „zu hohes“ Ziel anzusehen.
Wenn aber weder der Schnitt (V-Ausschnitt) noch die Farbe (hellgrün) zurzeit “in” sind, dann habe ich mir doch wieder mal unbewusst zu hohe Ziele gesetzt und damit ein negatives Erlebnis gesucht. So falle ich auch immer wieder selbst auf mich rein.

20. Ich bin ein großer Fan des Müttergenesungswerkes.

Nach der Geburt meines jüngsten Sohnes 1992 war ich wohl im Burnout, nur kannte diesen Begriff damals noch niemand. Ich war so erschöpft, dass mir das Heben des kleinen Fingers schon zu viel Anstrengung war. Trotzdem tat ich es und versorgte meine Kinder, bis meine Eltern mich in die erste Mütterkur schickten. Ja, ich „Rabenmutter“ habe meine Kinder verlassen und fuhr alleine in die Erholung (bis 2009 insgesamt viermal). Anders wäre ich vermutlich auch nicht zu Kräften gekommen. Die Kuren bzw. Reha-Maßnahmen des Müttergenesungswerkes sind alles andere als überholt, sondern sehr zeitgemäße und vor allem wirklich frauenspezifische Angebote für Mütter jeden Alters, damit sie vom roten Ast des Paradiesbaumes wieder auf den grünen herüber turnen und wieder glücklich werden können. Ich kann jeder Frau in jeder Situation nur empfehlen, sich dem MGW anzuvertrauen.

Als Bonus, weil Du so super interessiert warst, noch ein 21.ter Fakt:

21. Ich habe eine kleine Straußwirtschaft

Nein, ich züchte keine Vögel Strauß (sagt man das so?) und es gibt in meiner “Wirtschaft” auch kein eingekauftes Straußenfleisch.
Ich komme ja aus dem Rheingau und da ist eine Straußwirtschaft der Ausschank eines Winzers, der nur zu ausgewählten Zeiten im Jahr geöffnet hat, bei dem der eigene Wein ausgeschenkt wird und es nur kleine Gerichte gibt, die keine Konkurrenz zu “normalen” Restaurants sein dürfen.
“Wo´s Sträußche hängt, werd ausgeschänkt” heißt es am Rhein.
Und so ist es auch bei mir im Ringer Zechenhaus in Clausthal-Zellerfeld: Ich habe zwar keinen eigenen Wein, schenke aber den von befreundeten Winzern (ja Männer!) aus, habe mein Pulverhaus, in dem früher das Schießpulver für die Grube “Rheinischer Wein” gelagert wurde, als Gastraum eingerichtet und es gibt bei mir statt Schnitzel, Pommes und Currywurst: Spundekäs und Winzerweck.
Mit der Straußwirtschaft turne ich ganz und gar auf dem grünen Ast des Paradiesbaumes, denn ich schaffe was und sehe auch meine Leistung; ich tue das gerne und ich bekomme viel positive Rückmeldungen durch meine Gäste.
Wenn ich sehe, wie glücklich sie bei mir sind, dann macht mich das auch total glücklich!
Komm mich doch da mal besuchen!

Willst Du auch die anderen 10 Fakten über mich lesen? Dann klicke hier und schau Dir den ersten Teil dieses Blogartikels an.
Ich freue mich darüber.

Herzlichst Deine Christiane Kilian

PS: Schreibe mir gerne (am besten hier als Kommentar), ob Du ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht hast, die Dich stärkten oder auch schwächten. Ich bin wirklich an Dir interessiert!

    4 replies to "20 Fakten über mich, die alle mit dem Paradiesbaum zusammenhängen – Teil 2"

    • Birgit Schultz

      Liebe Christiane,

      da hast Du sogar gleich einen zweiteiliger Artikel zu meiner Blogparade geschrieben! Wow! Sehr viele spannende Dinge hast Du da über Dich verraten. Gemeinsam haben wir davon folgende:

      Beim Steigerlied kommen auch mir die Tränen – mein Opa, den ich nie kennen lernen durfte, war Bergmann und mein Vater hatte am Ende seiner Ausbildung zum Schlosser auch einige Monate unter Tage gearbeitet – vielleicht liegt es daran.

      Ich mag zwar Meeresfrüchte, aber die Konsistenz von gebratener Leber geht für mich gar nicht. Früher konnte ich auch keine Holzbrettchen abtrocknen, weil ich davon eine schreckliche Gänsehaut bekam und mir übel wurde … ich bekomme eine Idee, woran das liegen könnte …

      Vielen Dank für Deine Teilnahme an meiner Blogparade!

      Zauberhafte Grüße
      Birgit

      • cksol

        Liebe Birgit, danke für Deinen Kommentar und vor allem Danke für deine Blogparade, die ja den Anstoß zu meinen Blogartikeln gab. Das mit den Holzbrettchen kenne ich auch. Überhaupt alles Rauhe, sogar meine eigenen Hände und Füße kann ich nicht ertragen, wenn sie rau sind. Und letztens in einem meiner Vorträge über Hochsensibilität fragte mich ein Teilnehmer, ob auch typisch für Hochsensible ist, dass wir Kerne in Weintrauben nicht abkönnen. Ja, tatsächlich gehört das auch bei vielen HSP dazu und wir haben schrecklich über uns gelacht. Wissen über sich selbst, bringt immer im Leben weiter. Mit meinem Paradiesbaum trage ich auch dazu bei, dass Menschen sich selbst besser kennenlernen können, weil sie dann erkennen, weshalb sie wann wie handeln.
        Dir alles Liebe, Birgit! Ohne Dich gäbe es mein Buch jetzt noch nicht. Deshalb stehst Du auch in der Danksagung drin!

    • Mona_Mol

      Liebe Christiane,
      spannend zu lesen. und insbesondere das mit dem Feminismus und gendergerechten Sprache ist mir auch super wichtig und mache auch alles was ich kann, dass wir Frauen sprachlich nicht übergangen werden. Weiter so 🙂 Mona

      • cksol

        Danke, liebe Mona, für Deine Bestätigung! Irgendwann werden wir Frauen wirklich mal gleich weit sein, wie die Männer!

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